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TREFFEN-BERICHT NEUDORF/HARZ




7. int. Corrado-Treffen am Birnbaumteich bei Neudorf im Harz, (k)ein Tagebuch...



01.01.2004
Dieses Jahr wird alles anders, hab ich mir vorgenommen. Ich werde an Alles früher denken, Alles früher überweisen und alle Corradoreparaturen rechtzeitig durchführen. Basta!

Anfang Juni?
Ja, ich glaub' im Juni kommt wieder mal ein Brief vom CCD, den ich altbewährter Weise (siehe Erfahrungsbericht 2003) auf meinem Schreibtisch vergrabe.
Zwischen Unmengen von Zeitschriften, Steuerbescheiden und während der Installation von zwei Firewalls, einem Spywarerobot und drei Virenscannern fällt mir ein Blatt in die Hände: "Anmeldung zum soundsovielten Corradotreffen usw."
Scheiße, jetzt geht das schon wieder los. Wo ist der Scanner? Hier. Schnell Linux booten, unter WinXP geht er nicht mehr, Blatt ausfüllen, Oh Mann, Blatt ausfüllen, hallo, wieviel sind wir eigentlich, nachrechnen, 5 Autos könnens werden, davon nur zwei Corrados, ach nee, wo wird das hinführen?
Also ok, scannen, mailen und weg. Wie geht's eigentlich den Bremsen vom Corrado?
Stop, Geld überweisen! Oh Mann Jahresbeitrag kommt auch noch dazu (da war doch mal was, daß man das im ersten Quartal tun sollte...) dann sind's mal satte 195EUR.

Mitte Juni
Ich Depp hab' mit dem Corrado 50m vor meiner Haustüre zwei Zaunpfähle zerhäckselt und alles nur weil ich bei der Nachbarin in Garten geguckt hab'. Warum? Weiß ich nicht, Sie stand auf jeden Fall nicht nackt da rum.
Eine Stoßstange, ein Blinker, ein Seitenspiegel (komplett ab und atomisiert), Beulen in Tür und A-Säule, Seitenteil hinten re. gut verkratzt, heul...
Ebay: Ein Außenspiegel für 32EUR, eine vordere und hintere Stoßstange komplett mit Blinkern und Nebelscheinwerfern für 77EUR (zum Selbstabholen in Niederstotzingen), Corri abstrippen, ab zum Lacker, 500 Euronen hinwerfen, abholen, nach Hause, aufrüsten.
Ergebnis: 2. Juli, Corrado ok!

Freitag, 9. Juli:
Die Vorbereitung für dieses Jahr lief fast perfekt, wir haben alle Urlaub und vollgepackt mit Kühlschrank, Weizenbier und Grill starten wir um 9 Uhr die Engines. Die A7 bis Göttingen brezeln wir mal wieder schön durch doch dann geraten wir auf Abwege. Da will noch einer dort essen gehen, hier ist es schön, wir haben doch Zeit, laberlaber und ab nachmittags um 16Uhr fangen wir dann doch das Kämpfen an. Irgendwie sind manche Straßenführungen in den Karten doch noch auf dem Stand von vor 1989, als man im Westen nicht wissen durfte wie die Straßen im Osten verlaufen. Vielleicht sind wir aber doch selber schuld, denn die winkligen Straßen den Harz hinauf machen dann auf einmal doch Spaß und bei der Kurvenhetzerei sieht man doch vielleicht mal ein Schild nicht ganz so rechtzeitig.
Schließlich schaffen wir es und vor uns öffnet sich eine Location die wir persönlich für i.O. halten, da wir erstens da wohl unsere Ruhe haben und zweitens sich dieser Campingplatz auch nicht von den anderen unterscheidet die wir schon besucht haben.
Wie schon früher gibt es ein großes Hallo und dazwischen die schnarrende Stimme eines Wiederauferstandenen der gleich mal daran erinnert, daß der Sigi keinen Corrado mehr fährt: "Hei Sigi, wo hassu denn den Sushi-Kutter geklaut?"

Am liebsten würden wir uns sofort in die erste Runde Benzingespräch begeben, aber ein Blick zum Himmel lässt uns anderen Dingen Priorität erteilen. Da zieht nämlich eine Wand voll Wasser heran, die nächste Stunde ist ein einziger kalter Windstoß und in Windeseile beginnen wir damit einen campingplatzeigenen Pavillon so zu umhüllen, dass wir uns wenigstens trockene Füße erhalten.

Immerhin tröpfelt es nicht nur Wasser sondern auch Corrados. Und so füllt sich unser Teil des Campingplatzes immer mehr mit schönen Autos. Es ist natürlich toll die alten Bekannten zu treffen und es ist viel Wiedersehensfreude dabei. Es ist aber auch schön, dass ein paar andere (uns unbekannte) da sind und so gibt's gleich neuen Input.
Wie immer bei solchen Gelegenheiten ist auch hier ein "Zeitbeschleuniger" am Werk, aber stetig tröpfelt es weiter Wasser und Corrados. Das geht bis spät in die Nacht, ein Highlight sind die Jungs aus Schweden, denen mal wirklich kein Weg zu weit ist. Abgesehen von Ihrer Trinkfreude verteilen sie Ihre heimische Version von "Fisherman's Friend" die man sich an die Zähne klemmen soll, das ist echt gewöhnungsbedürftig, brrr!

Um's Eck kommt mal wieder ein neues Auto, nein, es ist ein Zug! Vorne ein kleiner Touran mit Autoanhänger hintendran und eingepacktem Corrie drauf.
Hoi, denken wir, da ist wohl einer nicht fertiggeworden mit seinem Gerät. Etwas erstaunt sind wir dann schon, als wir Jens und Sandra erkennen. Sie sind recht entnervt, da sie schon ziemlich lange unterwegs sind und den Harz mit Trailer zu bereisen ist bestimmt nicht die schönste Art dies zu tun. Leider soll der Matse für das angeschlagene Nervenkostüm der beiden büßen, das müsste vielleicht auch nicht sein...

Im Zelt entwickelt sich derweil gute Stimmung, überall gibt's was zu "klönen", zu "schnacken" und "hoigata" (südbayrisch allgäuerisch für ratschen) die Weißbiervorräte nehmen schnell ab und jeder hat noch die größere Story. Als Spezialistin in Bändertechnik stellt sich noch später die Freundin von Dennis heraus, stimmbändertechnisch hat sie die größte Klappe, der dann sogar die Schweden nix mehr entgegenzusetzen haben, dann dehnt Sie sich auf dem Weg zum Klo leider noch die Fußbänder, das muß für heute reichen.

Im Auto ist es arschkalt aber trocken, der Rest des Campingplatzes "ruselt" schon still vor sich hin, "Start" -> "Beenden" -> "Ausschalten" -> "Sind Sie sicher, dass sie diesen Abend schon beenden wollen?!? -> "Neiiin" Klack!


10. Juli, Samstag

Wie vielleicht schon mal irgendwo gelesen oder gehört, wacht man mindestens einmal am Tag auf. Das kann früher oder später sein, meistens ist es früher, obwohl es hätte später sein dürfen.
Solch' hochphilosophische Ansätze plagen mich im Moment zuallerletzt, leider ist immer noch ca. Mitternacht obwohl es hell ist, aber ein vorsichtiger Blick offenbart, dass es immer noch tröpfelt (Wasser und Corrados).
Wie auch immer, fast alle Vorräte sind erschöpft, vor allem brauchen wir KAFFEE!

Nachdem wir neu gebunkert haben (vor allem BIER) und zurückkommen ist das Treffen in vollem Gange. Es regnet zwar immer wieder, aber wenigstens nicht stark.
Nach einigen Gesprächen über Nox und ähnlich brisante Sachen bläst Matse zum Aufbruch. Es soll in geschlossenem Corso zu einer Sommerrodelbahn gehen. Alle in die Autos!
Bis der Corso steht, dauert es eine Weile aber als es dann los geht ist es eine wahre Pracht. Corrado reiht sich an Corrado soweit das Auge reicht. An der Sommerrodelbahn fliegen wir invasionsartig ein und stellen erstmal den Parkplatz zu.
Alle aussteigen und ab auf die Bahn (diesmal eine andere). Es kostet einige Überwindung ohne zu Bremsen da hinunterzurauschen, aber vor allem ist es lustig am Ende auf andere zu warten und zu sehen wie sie in die Zwangsbremse knallen (Hallo Hendrik :-) ).
Na gut, alles gelaufen, Abmarsch. Aus irgendeinem Grund sind wir weit vorne, 500m nach Abfahrt gibt es einen Bahnübergang mit nachfolgendem Abzweig. Wir fahren über den Bahnübergang, die drei vor uns biegen NICHT ab, die nach uns müssen wegen eines Zuges warten. Wir biegen ab und warten 100m weiter. Nachdem der Zug durch ist fahren erstmal alle bis auf einen (Dirk) falsch weiter. Das darf doch nicht wahr sein! Na gut, wir fahren fast alleine zurück (wobei Dirk wahrscheinlich das erste und allereinzigstemal ein wenig die Sau rauslässt) und gut gelaunt mit Bier in der Hand warten wir auf die restlichen Corrados.

Nachdem sich die Meute wieder eingefunden hat ist Möglichkeit mal mit Jens zu labern. Er gesteht das Nichtvorhandensein eines Scheibenwischermotors ein. Dann wird's natürlich klar warum er mit dem Trailer kam. Und außerdem sollte er ja nicht dreckig werden.

Unsere Meinung: So schön dieses Auto ist, wenn ein Corrado vor lauter "Schönheit" nicht mehr gefahren werden kann/darf dann isses das irgendwie nicht mehr.

Aber ok, jeder darf nach seiner Facon selig werden!

Den Rest des Tages verbringen wir mit Autos schauen und voten für die schönsten. Am Abend gibt es noch eine kurze Einladung zu einem "Spoilers Up"-Umtrunk, den wir dankbar mitnehmen.
Unseren Pavillon haben wir umgebaut, er heißt jetzt "Wirtshaus zur rotschmatzenden Melone". Wir haben einen Grill reingestellt, damit wir heizen können, es ist nämlich immer noch a****kalt.
Nachdem alle alten und neuen Witze traktiert wurden, beschließen wir auch diesen Tag.

11. Juli, Sonntag

Die Sonne lacht, als hätte sie noch nie was anderes getan. Wir räumen auf, bestaunen ein letztesmal Corrados mit hängenden Motorhauben (weil soviel Zinn dran ist), welche, die "versuchen" so original wie möglich zu sein und tausend andere Kleinigkeiten.
Es folgt die Siegerehrung, die wie immer von vielen angezweifelt wird und wir stellen fest, dass einfach nicht alle unsere Meinung teilen. Aber das ist gut so, wo kämen wir da hin?
Nachdem wir uns bedankt haben, nehmen wir wieder die Bahn unter die Gummis und knallen heim.

Alles in Allem: Von uns aus gesehen wieder eine gelungene Angelegenheit (bis auf den Punkt, dass wir wieder mal keine Pokale bekommen haben ;-) ) mit der richtigen Portion Benzin und Lachgas!

Danke den Veranstaltern

Cläuschen mit Rest


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