1. Int. Corrado Treffen 1997 in Wolfsburg

Die Bilder zu diesem Treffen findet ihr hier.

 


Schon als ich das erste Mal die Corrado-Page im Internet sah, wu├čte ich, da├č es ein voller Erfolg werden wird, einen Corrado-Club zu gr├╝nden. Die Vorstellung, ausschlie├člich die sch├Ânsten Autos der Welt auf einem Platz versammelt zu sehen, erf├╝llte mich mit den selben Feelings wie den Gr├╝nder des Clubs, Georg Lutz.
Der 13. September war von da ab die magische Zahl. Als nach langem Warten der 12. September eintraf, war nat├╝rlich nichts wichtiger, als meinen "Liebsten" auf Hochglanz zu bringen. Jetzt ging es noch um die Frage, wie ich die Nacht vor dem gro├čen Highlight noch schlafen sollte? Als ich nat├╝rlich zu fr├╝h wach wurde, mu├čte ich unweigerlich diesen sch├Ânen Gedanken denken: "Wieviele Corrado-Liebhaber stehen jetzt wohl, auch mit dem selben Kribbeln im Bauch, wie ich in ganz Deutschland auf?"

 

Endlich durfte ich meinen Allerliebsten nun zum Treffpunkt fahren, wo er bei lauter Gleichgesinnten Spa├č und viel Freude haben durfte und mal andere mustern kann. Wie meistens, begegnete mir kein "Kollege", obwohl ich vergebens danach Ausschau hielt. Es kamen doch von allen Himmelsrichtungen fieberhaft lenkende Corrado-Fahrer!? Kurz vor Salzgitter war endlich ein "H├╝bscher" im R├╝ckspiegel zu sehen. "In dunkelblau" dachte ich, "ist ja schon mal ein ganz Sch├Âner!" Als er mich dann ├╝berholte, bekam ich meinen Mund aber erst einmal nicht gleich wieder zu. Der Besitzer hatte offensichtlich viel Liebe und Zeit in seinen Wagen gesteckt und ihm ab der Mitte seines Autos silbergraue Karos bis zum Heck lackieren lassen. Ich staunte nicht schlecht ├╝ber diese ├Ąu├čerlichen Ver├Ąnderungen und durfte somit schon langsam etwas von dem gro├čen Treffen schnuppern. N├Ąmlich, da├č bei so einem Date der Auff├Ąlligste erst einmal z├Ąhlt und das Aufsehen an sich ziehen wird.
Die ersten Gedanken gingen mir durch den Kopf... Was mir sofort positiv auffiel, war, da├č die stolzen Corrado-Besitzer sich untereinander mit Aufblenden und Winken gr├╝├čen. Aha - da waren wohl welche genauso aufgekratzt wie ich, denn sonst passiert mir das leider nicht so oft. Kurz vor dem Treffpunkt Wolfsburg ├╝berholte mich dann der zweite sch├Âne Corrado. Ich mu├čte wirklich happy lachen als ich das laute Dr├Âhnen seiner Auspuffanlage vernahm. Da waren wohl echt die Tuner am Werk! (Meine Einsch├Ątzungen ├╝ber den Wagen waren wohl nicht so schlecht, denn dieser Corrado hatte dann tats├Ąchlich sp├Ąter den 3. Platz gemacht. Wenn ich jetzt schon so viel fun habe, wie wird es dann bei 50-fach so vielen sch├Ânsten Autos erst werden? Nat├╝rlich f├╝hrten mich die Schilder in Wolfsburg erst einmal zum VW-Werk. Zuerst konnten die Pf├Ârtner es einfach nicht glauben, da├č eine M├╝nchnerin extra so viele Kilometer f├Ąhrt, um sich mit Gleichgesinnten ├╝ber dieses Auto auszutauschen (nachdem sie mir den richtigen Weg zum Automobilmuseum erkl├Ąrt hatten!). "Was tut man nicht alles f├╝r das sch├Ânste Auto der Welt?" ri├č ich sie begeistert mit. Mein Enthusiasmus ├╝berzeugte heute n├Ąmlich wirklich alle - Yeah!

Als ich endlich die letzte Linkskurve zum Museum nahm, konnte ich mir diesen sch├Ânen Anblick immer noch nicht vorstellen... Mein Bauch wohl schon! Auf der Stra├če der Einfahrt standen tats├Ąchlich schon die ersten h├╝bschen Corrados - und dann die traumhafte Realit├Ąt: Der ganze Automuseums-Parkplatz war nur von den sch├Ânsten Autos, die Volkswagen je designt hatte, belegt. Einer sch├Âner als der andere. Ab diesem Zeitpunkt erlebte ich alles nur noch durch eine Nebelschicht. Der Rausch begann... Als erstes schlenderte ich nat├╝rlich sofort von einem Corrado zum anderen. Jeder Wagen hatte andere sch├Âne Felgen. Ich konnte mich wirklich nicht entscheiden, welcher sch├Âner - geschweige denn am sch├Ânsten - war. Von den verschiedenen Ver├Ąnderungen an den Fahrzeugen mal ganz abgesehen!!
Der Pr├Ąsident des Clubs hatte sich das wohl schon gedacht und gleich einen Wettbewerb gestartet. Jeder bekam eine Nummer und man konnte nun seine drei Favoriten w├Ąhlen. Auf die Pr├Ąmierung war sicher jeder gespannt. Das machte das Ganze noch aufregender. Denn tiefer, breiter, mehrere Spoiler - alles war ganz normale Tagesordnung. Ein Corrado funkelte mehr als der andere. Besondere Lackierungen wie ein Gr├╝n mit Hellbau gemischt, ein knalliges Gr├╝n mit Airbrush-Effekten in Regentropfen-Muster und "der Tod mit der Sense" am Tankdeckel und ein nicht ab Werk bestellbares "Mittelblau" fielen sofort ins Auge. Als ich mir dann den "Zweifarbigen" n├Ąher betrachtete, fielen mir noch viele Details auf, die der Besitzer mit viel Phantasie ver├Ąndert hat. Sein Auspuff war links seitlich zu sehen. Die "Augen" blitzten sch├Ąrfer, weil die Motorhaube quer versetzt nach vorne gezogen wurde. Unter seinem Soundboard standen auch schon drei Pokale. Die Aufschrift am Heck (VW Treffen W├Ârther See 1997) lie├č mich daraus schlie├čen, da├č er wohl schon auf mehreren Treffen vielen ins Auge gestochen ist. Die "VW-Szene" fand ihn auch schon einen Artikel wert. Aber bis jetzt gab es halt "nur" VW-Treffen. Dieser Tag geh├Ârte nun aber ganz alleine dem Superstar unter den Volkswagen! Ich bemerkte bald danach, da├č noch ein sehr sch├Âner Corrado als "number nine" in der "VW-Szene" einen gro├čen Artikel erhielt. Andre Kain hatte offensichtlich seine ganze Liebe und Zeit in seinen Corrado gesteckt und ihn nicht nur optisch versch├Ânert: Angefangen von den beigen Ledersitzen, ├╝bers Holzlenkrad bis hin zu den Audi-T├╝rgriffen - alles war super gepflegt und hat echt gut ausgesehen. Die Ver├Ąnderungen an Andre's Corrado wurden alle bildlich festgehalten. War echt mal spannend, jeden Schritt auf diese Weise mitverfolgen zu k├Ânnen. Aber beim ├Ąu├čerlichen belie├č Andre es nat├╝rlich nicht. Er hatte seinen Motor sicher wochenlang auf ├╝ber 300 PS getunt, alles nat├╝rlich verchromt!! Die genaue Zahl wollte er uns nicht verraten. Das mu├č ja ein hei├čes Gescho├č sein!
Eine andere Variante, den eh schon so h├╝bschen Corrado zu ver├Ąndern, habe ich bei Maik Kartheuser entdeckt. Er hatte seinen sportlichen Wagen in einen absolut professionellen Sportwagen umgewandelt. Nat├╝rlich geh├Ârt dazu schon mal der mittige Scheibenwischer, das Momo-Lenkrad, das "Drive Cage" im Innenraum, Dom-Streben f├╝r's Fahrwerk und nat├╝rlich auch Stahlbleche im Fu├čraum. Das war echt eine interessante Alternative. So kann man seine Ideen und Tr├Ąume in die Tat umsetzen, das habe ich wirklich dazugelernt! Aber die armen Freundinnen der Besitzer taten mir dann doch ganz sch├Ân leid - die kamen ja v├Âllig zu kurz! Da bin ich nat├╝rlich zwiegespaltener Ansicht. Ich verstehe die stolzen Corrado-Besitzer voll, wenn sie gerne alle Liebe und Zeit in dieses wundersch├Âne Auto stecken, aber andererseits m├Âchte ich ja bei meinem Freund auch nicht an zweiter Stelle stehen. Hm... schwierig. Tja, das k├Ânnte mitunter einer der Gr├╝nde gewesen sein, weshalb ich wahrscheinlich zu den wenigen weiblichen Corrado-Fahrerinnen geh├Ârt habe (waren es ├╝berhaupt drei?). Es ist und bleibt (?...) wohl eine M├Ąnner-Dom├Ąne...

Auf diesem Highlight habe ich auch meinen Traumwagen gesehen, den ich leider nicht bekommen habe. Einen schwarz-metallic-farbenen VR6 mit Lederausstattung, Niederquerschnittsreifen auf Azev-Felgen. Von der Optik sind sie sich fast ├Ąhnlich. Mir fehlt leider das Leder und zwei Zylinder. Aber ich liebe meinen 16 V nat├╝rlich voll, schon allein wegen seinem niedrigen Spritverbrauch.

Was mich wirklich gefreut hat, war die Tatsache, da├č offensichtlich alle so Corrado-fanatisch sind wie ich und den weiten Weg auf sich genommen haben. Haupts├Ąchlich aus Nord- und Ostdeutschland, aber auch aus Freiburg, Emmendingen , Kaufbeuren, Augsburg - von allen Richtungen str├Âmten sie nach Wolfsburg. Der hohe Norden war mit Oldenburgern, Bremern und Aurichern vertreten. Ich war als einzige M├╝nchnerin dabei. ├ťber die Ortswahl f├╝hlte sich VW an diesem strahlend blauen Samstag doch auch geschmeichelt, und so durften die Club-Mitglieder sogar kostenlos die anderen VW`s betrachten. Nat├╝rlich war auch ein Sport-Corrado zu bewundern und das letzte sch├Ânste Auto, das vom Band ging.
Es tummelten sich viele Besitzer und Begleiter(innen) auf dem Parkplatz von einem Corrado zum anderen. Was mir auch auffiel, war nicht zu ├╝berh├Âren - die verschiedensten Car-Hifi-Anlagen, f├╝r deren Boxen der ganze Kofferraum des Autos gebraucht wurde. Schrillste Techno-Kl├Ąnge kamen aus allen Richtungen. Eine gute Untermalung waren auf jeden Fall die lauten aktuellen Songs aus Subwoofer & Co. Viele versammelten sich hinter den ├╝berdimensionalen Boxen und verfolgten ihr Spiel. Ich fand dies auch mal ganz interessant. Es wurde nat├╝rlich auch daf├╝r gesorgt, da├č jeder einen professionellen Sticker mit Besitzername, Motorisierung und Baujahr seines Liebsten bekam. Jedes Clubmitglied konnte sich dies am Stand samt seiner Nummer abholen. Jeder Corrado sollte ja im Rennen sein! Ich war und bin noch ganz stolz auf dieses Schild. Dadurch wurde mir noch klarer, da├č ich auch zu den stolzen Besitzern geh├Ârte. Somit konnten dann auch die Fachsimpler gleich gezieltere Fragen untereinander ├╝ber den G-Lader etc. an sich stellen.
Langsam wurden am Nachmittag die ersten Clubmitglieder ungeduldig und wollten nun zur Preisverleihung ├╝bergehen. Da hatten sich Georg Lutz und Holger Viereck (der zweite Vorsitzende) schon was Nettes dazu einfallen lassen. Alle Corrado-Liebhaber sollten sich bei sch├Ânem Ambiente in einem Landgasthof zusammenfinden. Dort konnte man sich dann in Ruhe bei gutem Essen ├╝ber sein Lieblingsthema unterhalten. In diesem Rahmen fand dann auch die schon fieberhaft ersehnte Preisverleihung statt. Aber ich will das mitrei├čenste Erlebnis vom Tag auf keinen Fall hinten anschieben. Wenn ich nur die Augen schlie├če, erlebe ich diese Wahnsinns-Minuten noch einmal... Die Traum-Vorstellung, ganz viele Corrados hintereinander auf der Stra├če fahren zu sehen, ist schon ├╝berw├Ąltigend - aber die Realit├Ąt hat mich dann endg├╝ltig umgehauen! Es war so ein Spitzen-feeling als alle mit ihren H├╝bschen aufbrachen und sich nacheinander an der Ampel anstellten. Aber erst die Fahrt!!! Ich klebte mit meinen Augen regelrecht im R├╝ckspiegel und konnte mich von diesem traumhaften Bild nicht mehr l├Âsen! Wie sollte ich mich eigentlich noch auf den Verkehr (der nur von Traumwagen beherrscht war) konzentrieren? Ich glaube, den Wolfsburgern ging es wohl ├Ąhnlich. Dieses Bild bekommen sie so schnell nicht mehr! Auf jeden Fall waren alle so aufgebracht und aufgeregt wie ich, denn Schlangenlinien-Fahren, Hupen, Alarmanlage anschalten, den Motor aufheulen lassen, die Pferdest├Ąrken austesten, die Auspuff-Anlage endlich dr├Âhnen lassen k├Ânnen, bestimmte die Fahrt. Dieser Anblick war gigantisch. 113 Corrados hintereinander auf der Stra├če in Wolfsburg, auf der Landstra├če, in den Kurven und nat├╝rlich davonflitzend auf der Autobahn... So konnte ich meinen Traum mal von allen Seitenansichten genie├čen. Denn selber sehe ich ihn ja so nicht, nur die sch├Âne Innenausstattung. Dann das Bild am Parkplatz vor dem Landhaus. Alle haben gleich eingeparkt. In einer Reihe war die sch├Âne Vorderansicht mit der Motorhaube, bei der anderen die super designte Hinteransicht mit dem Heck des Sportwagens, zu genie├čen. Das war eine Optik - unbeschreiblich!! Manche haben sich aus Platzgr├╝nden einfach auf die Wiese gestellt. Dieses Stileben f├╝r sich mu├čte man sich echt geben!
Da der Pr├Ąsident des Corrado-Clubs nicht mit so zahlreichem Erscheinen gerechnet hatte, war der organisierte Saal fast nicht mehr ausreichend f├╝r die vielen stolzen Besitzer. Nach dem Essen war es nun endlich soweit: Georg nannte die drei Gewinner. Den dritten Platz hatte Maik Kartheuser mit seinem Sport-Corrado gemacht, den zweiten Mido Scharenberg mit seinem au├čergew├Âhnlich blauem Corrado und den ersten (was wohl allen irgendwo schon klar war) Andre Kain mit seinem Rennwagen, der bei 300 irgendwas PS die Funken aus dem Auspuffrohr spr├╝hen l├Ą├čt. Andre hat sich ├╝ber seinen neuen, sch├Ânen Pokal sichtlich gefreut. Nat├╝rlich wurde von allen Starfotos gemacht, die man im Internet bewundern kann.
Es macht echt Spa├č und Freude, im Internet noch einmal die sch├Ânen Stunden zur├╝cklaufen zu lassen.

Tja, nach diesem Hauptereignis brachen auch leider schon die ersten zur langen Heimreise auf. Mir wurde dann schmerzlich bewu├čt, da├č dieser wunderbare Tag auch einmal zu Ende gehen wird. Ich wollte es aber echt noch nicht wahrhaben, weil ich noch so geputscht von lauter Erlebnissen war. Als ich die Heimreise ohne den sch├Ânen Geleit antreten mu├čte, wich der Nebel langsam von meinen Augen. Aber die zahlreichen unverge├člichen Bilder in meinem Kopf kann ich jederzeit vor meinen Augen abspielen lassen.... Wer auch in den Genu├č dieses berauschenden Tages kommen m├Âchte, sollte sich unbedingt die Corrado-Page im Internet geben: www.corradoclub.de

 

Angelika Sch├Ân aus M├╝nchen

 

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